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Bongossi Terrassendielen, 65×140 mm, AD, Sichtseite grob, 3-seitig egalisiert

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Produktinformationen „Bongossi Terrassendielen, 65 x 140 mm, AD, Sichtseite grob, 3-seitig egalisiert"

Mit 65 mm Stärke ist dies kein Terrassenbelag im üblichen Sinn mehr, sondern eine Bohle für tragende Aufgaben. Typische Einsatzorte sind Brückenbeläge, befahrbare Stege, Bohlenwege in Naturschutzgebieten, Zufahrten, Waagenabdeckungen und Plattformen, die punktuell hohe Lasten aufnehmen müssen. Wo ein normaler Terrassenquerschnitt an seine Grenzen kommt, ist dieser Querschnitt die Antwort, und in vielen dieser Anwendungen ist Bongossi der einzige Holzwerkstoff, der ohne chemischen Schutz und ohne Stahlarmierung in Frage kommt.

Bongossi, botanisch Lophira alata und im Handel auch Azobé genannt, wird für genau solche Konstruktionen seit Generationen verwendet. Die natürliche Dauerhaftigkeit liegt in Klasse 2. Das Holz ist außergewöhnlich dicht, druckfest und abriebfest und hält dauerhafter Nässe ebenso stand wie mechanischer Beanspruchung durch Fahrzeuge, Karren oder Streugut. Die Sortierung ist Standard, die Färbung dunkelbraun bis rotbraun, der Faserverlauf dicht und häufig wechseldrehwüchsig. Bei Bohlen dieses Querschnitts sind Trocknungsrisse an den Hirnenden und leichte Verdrehungen im Rahmen der Sortierung normal und beeinträchtigen die Tragfähigkeit nicht.

Die Sichtseite ist grob genutet. Bei befahrbaren oder stark frequentierten Flächen ist das keine Stilfrage: die Struktur bricht den Wasserfilm und erhält die Griffigkeit auch bei Nässe, Laub oder Raureif. Auf Bohlenwegen und Brücken, die ganzjährig im Freien liegen und im Winter nicht geräumt werden, ist das ein Sicherheitsmerkmal, bei öffentlichen Anlagen häufig eine Auflage. Der Preis dafür ist ein höherer Reinigungsaufwand, weil sich in den Nuten Laub, Feinschmutz und an schattigen Lagen Grünbelag festsetzen, der die Rutschhemmung mit der Zeit wieder aufhebt. Eine Reinigung ein- bis zweimal jährlich gehört bei solchen Anlagen zum Unterhalt.

Die Bohlen sind luftgetrocknet (AD). Bei diesem Querschnitt ist eine technische Trocknung ausgeschlossen, das Holz ist viel zu dicht, um im Kern gleichmäßig abzutrocknen, und würde dabei reißen. Fest zu rechnen ist damit, dass das Material mit hoher Restfeuchte ankommt, über Monate weiter abtrocknet und dabei in der Breite schwindet. Fugen entsprechend großzügig planen und die Befestigung nach der ersten trockenen Jahreszeit kontrollieren. Bei tragenden Konstruktionen sollte diese Nachkontrolle verbindlich terminiert und dokumentiert werden, nicht dem Zufall überlassen.

Das Gewicht ist erheblich. Rund 10 kg je laufendem Meter bedeuten bei einer Bohle von vier Metern etwa 40 kg, bei fünf Metern rund 50 kg. In dieser Größenordnung gehören zwei Personen an jede Bohle, bei Bohlenwegen und Brücken mit vielen Metern eher ein Hebemittel. Die Anlieferung erfolgt als Sperrgut, für das Abladen sind geeignete Geräte vorzusehen. Unterkonstruktion, Auflager und Verankerung müssen für das Eigengewicht plus Nutzlast bemessen sein, bei befahrbaren Konstruktionen zusätzlich für dynamische Lasten und Bremskräfte. Bei tragenden Bauteilen gehört die Bemessung in die Hand eines Fachplaners, dieser Text ersetzt keine statische Berechnung und keine Prüfstatik.

Als Unterbau kommen bei diesen Anwendungen Hartholzträger, feuerverzinkter Stahl oder Betonauflager in Frage. Entscheidend ist, dass die Bohlen nicht flächig auf einem wasserhaltenden Untergrund aufliegen, sondern die Kontaktfläche entwässern und durchlüften kann. Wo Bohlen auf Stahl liegen, verhindern Zwischenlagen den direkten Kontakt und damit die Kombination aus Gerbstoff und Metall, die zu Verfärbungen und im ungünstigen Fall zu Korrosion führt.

Beim Zuschnitt sind hartmetallbestückte Sägeblätter zwingend, und auch damit ist der Schnitt langsam. Vorbohren ist bei Bongossi Pflicht und bei diesem Querschnitt besonders wichtig, ohne Vorbohrung reißen Schrauben ab oder das Holz spaltet auf. Die Befestigungsmittel müssen zur Aufgabe passen, bei tragenden Konstruktionen sind das häufig durchgesteckte Bolzen statt Schrauben. Wo verschraubt wird, empfehlen wir Edelstahl A4 (V4A). Bongossi ist gerbstoffreich, und an Brücken und Stegen kommt meist noch die Belastung durch Feuchtigkeit oder Chloride aus Streusalz hinzu. Schnittkanten werden mit einem Hirnholzschutz behandelt, an Hirnenden nimmt Holz Wasser um ein Vielfaches schneller auf als über die Längsfläche.

Die Ausblutung ist als mittel eingestuft. Über die ersten Monate löst Regenwasser Gerbstoffe aus dem Holz, die auf hellen Widerlagern, Betonfundamenten oder Pflasterflächen bräunliche Spuren hinterlassen können. Bei Bauwerken mit sichtbaren hellen Betonteilen sollte das in der Planung berücksichtigt und dem Bauherrn vorab erklärt werden, damit die Anfangsauswaschung nicht als Mangel gewertet wird.

Geliefert wird unbehandelt. Ohne Behandlung entsteht eine gleichmäßige silbergraue Patina, die die Tragfähigkeit nicht beeinträchtigt und bei Ingenieurbauwerken in aller Regel akzeptiert oder erwünscht ist. Eine Ölbehandlung ist bei diesen Querschnitten unüblich und wirtschaftlich kaum sinnvoll, weil die Fläche dauerhaft nachbehandelt werden müsste. Zur Pflege genügen Abkehren und eine Reinigung mit Wasser und Bürste. Hochdruckreiniger und Drahtbürsten reißen die Fasern auf und sollten nicht eingesetzt werden.

Zur Herkunft liegt das Green-Choice-Siegel unseres Lieferanten vor. Für gewöhnliche Terrassen im privaten Bereich ist dieser Querschnitt überdimensioniert, dort ist dasselbe Holz in 35, 40 und 45 mm die passende Wahl. Wo dagegen Fahrzeuge, Karren oder dauerhafte Publikumslasten auf Holz treffen, gibt es zu einer Bongossi Bohle dieses Querschnitts kaum eine Alternative, die ohne Stahl und ohne chemischen Schutz auskommt.

Eigenschaften

Ausblutung mittel
Behandlung unbehandelt
Dauerhaftigkeitsklasse 2
Einsatzort Außenbereich
Farbgebung dunkelbraun
Holzart Bongossi
Oberfläche gehobelt
Seitlich genutet nein
Sichtseite grob genutet
Sortierung Standard
Trocknung AD = luftgetrocknet
Zertifizierung Green Choice
Gewicht 16,94 kg
Breite 140 mm
Stärke 65 mm