🚧 Der Naturholz-Shop befindet sich derzeit noch im Aufbau. Aufgrund hoher Versand- und Logistikkosten nehmen wir momentan nur Bestellungen ab 2.000 € entgegen. Verfügbarkeiten und Preise sind in der Umbauphase nicht immer korrekt und sollten telefonisch vorab unter 0160-2244448 bestätigt werden. Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte direkt — vielen Dank für Ihr Verständnis!

Holzlexikon

Cumaru

Botanische Einordnung und Herkunft

Cumaru ist der Handelsname für das Holz von Dipteryx odorata (Aubl.) Willd., einem Baum aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Unterfamilie Faboideae). Ältere botanische Synonyme wie Coumarouna odorata gelten heute als überholt. Wer Cumaru kauft, bekommt in aller Regel Holz von Dipteryx odorata, gelegentlich auch von nah verwandten Arten derselben Gattung.

Beheimatet ist der Baum im nördlichen, tropischen Südamerika. Genannt werden vor allem das brasilianische Amazonasbecken sowie Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Peru, Bolivien und Kolumbien. Cumaru ist ein mächtiger Regenwaldbaum. Bei der Wuchshöhe gehen die Angaben auseinander: Je nach Quelle reichen sie von etwa 25 bis 30 Metern bis zu 40 bis 50 Metern bei besonders alten Exemplaren, der Stammdurchmesser liegt um einen Meter. Vom selben Baum stammt auch die intensiv duftende Tonkabohne, deren vanille- bis zimtartiges Aroma auf einen hohen Cumaringehalt zurückgeht.

Im Handel taucht Cumaru gelegentlich als Brazilian Teak auf, obwohl es mit echtem Teak (Tectona grandis) botanisch nichts zu tun hat. Regionale Namen sind unter anderem Shihuahuaco und Charapilla (Peru), Sarrapia (Venezuela) oder Cumaru-ferro (Brasilien). Auch farbabhängige Vermarktungsnamen wie „Cumaru Yellow/Champagne“ und „Cumaru Red“ sind gebräuchlich.

Aussehen: Farbe und Maserung

Beim Kernholz weichen die Quellen spürbar voneinander ab. Das liegt einerseits an der echten natürlichen Schwankungsbreite, andererseits am Unterschied zwischen frischem, gealtertem und bewittertem Holz. Beschrieben wird es als mittel- bis dunkelbraun, oft mit rötlichem oder violettem Ton, teils mit gelblichen oder grünlichen Streifen. Deutsche Fachquellen nennen es frisch gelblich- über rot- bis violettbraun, mit der Zeit dunkelt es zu gelblich- bis olivbraun nach. Eine holzanatomische Quelle wiederum spricht von gräulich bis gelblichbraun und ohne Streifen. Eine einzelne Farbangabe sollte man deshalb immer als Spanne lesen. Das Splintholz ist klar abgesetzt, deutlich heller und cremefarben.

Die Maserung verläuft wechseldrehwüchsig (interlocked), häufig stark oder unregelmäßig, bei mittlerer, gleichmäßiger Textur. Typisch ist die wachsig-ölige Oberfläche. Eine Besonderheit: Unter UV-Licht fluoresziert das Kernholz. Das hilft, Cumaru vom ähnlich aussehenden Ipe zu unterscheiden.

Technische Eigenschaften

Dichte und Härte

Cumaru gehört zu den dichtesten und härtesten Terrassenhölzern, die man kaufen kann. Die maßgeblichen Referenzen (CIRAD Tropix und Wood Database) geben die Darrdichte mit rund 1.070 bis 1.085 kg/m³ bei 12 % Holzfeuchte an. Deutsche Spezifikationen rechnen je nach Holzfeuchte und Herkunft mit einer breiteren Spanne von etwa 1.000 bis 1.200 kg/m³. Die Janka-Härte liegt je nach Quelle zwischen rund 3.330 und 3.540 lbf (etwa 14.800 bis 15.800 N), also bei rund dem Zweieinhalbfachen von Eiche. CIRAD gibt eine Monnin-Härte von 13,1 an; als Richtwerte gelten Brinell-Werte von etwa 45 bis 58 N/mm².

Dauerhaftigkeit nach EN 350

Nach EN 350 (vormals DIN EN 350-2) ist Cumaru gegen holzzerstörende Pilze in Dauerhaftigkeitsklasse 1 (sehr dauerhaft) eingestuft. Gegen Trockenholzinsekten und Termiten gilt es als dauerhaft (Klasse D). Abgedeckt ist die Gebrauchsklasse 4, also Erd- oder Süßwasserkontakt. Einzelne Quellen nennen auch Klasse 1 bis 2. Wichtig: Dauerhaft ist nur das Kernholz, der Splint nicht. Imprägnieren lässt sich das Kernholz nicht (Imprägnierbarkeitsklasse 4), bei dieser Dauerhaftigkeit ist das aber ohnehin überflüssig.

Maßhaltigkeit

So hart Cumaru ist, beim Stehvermögen liefert es nur mäßige Werte. Das tangentiale Gesamtschwindmaß beträgt etwa 7,7 %, das radiale rund 5,3 bis 5,5 %, woraus sich ein T/R-Verhältnis von etwa 1,4 bis 1,5 ergibt. Feuchtigkeit nimmt das Holz langsam auf und gibt sie ebenso langsam wieder ab. Mit Quell- und Schwindbewegungen sowie mit Rissbildung muss man trotzdem rechnen, das Risiko von Stirnrissen gilt als hoch.

Typische Verwendung

In Europa wird Cumaru ganz überwiegend als Terrassendiele verlegt. Daneben kommt es als Fassadenholz zum Einsatz, für Außenmöbel, im schweren Wasser- und Brückenbau, für Stege und Bahnschwellen, für Industrieböden sowie für Werkzeugstiele und Drechselarbeiten. Wegen der hohen Dichte und des Wechseldrehwuchses stumpft das Holz Werkzeuge ab. Hartmetallwerkzeuge sind hier die richtige Wahl.

Pflege

Bleibt Cumaru unbehandelt, vergraut es unter UV-Strahlung zu einer silbergrauen Patina, ohne dabei an Substanz zu verlieren. Ölen ist deshalb eine reine Geschmacksfrage und verlängert die strukturelle Lebensdauer nicht. Wer den braunen Farbton halten will, ölt nach dem Verlegen, oft mit einem zweiten Auftrag nach einigen Wochen, danach ein- bis zweimal im Jahr. Weil das dichte Holz nur wenig Öl aufnimmt, kommt es auf dünne Aufträge an. Auch geölte Flächen vergrauen irgendwann; vergraute, aber gesunde Dielen lassen sich mit einem Entgrauer aufhellen und neu ölen.

Zum Reinigen genügen Wasser und ein passender Terrassenreiniger, Hochdruckreiniger sollte man weglassen. Achten muss man auf die Reaktion der Gerbstoffe mit Eisen: Treffen Wasser und Eisen oder Stahl aufeinander, entstehen blaugraue bis schwarze Flecken, etwa an nicht rostfreien Schrauben. Solche Verfärbungen bekommt man mit Oxalsäure wieder weg. Ob Cumaru in den ersten Monaten Gerbstoffe auswäscht, wird unterschiedlich beurteilt; angrenzende helle Flächen schützt man vorsorglich vor möglichem rötlichem Abfluss.

Verlegung

Bei dieser Dichte gilt: Vorbohren und Senken ist Pflicht, und zwar an Diele und Unterkonstruktion, denn das Holz reißt und spaltet leicht. Als Faustregel bohrt man das Loch in der Diele etwa 0,5 mm größer als den Schraubenschaft, in der Unterkonstruktion etwa auf zwei Drittel des Schraubendurchmessers. Zum Verschrauben empfehlen wir Edelstahlschrauben A2 (V2A), bei sichtbarer Verschraubung, in Küsten- oder Poolnähe sowie bei besonders gerbstoffreichen Hölzern wie Cumaru besser A4 (V4A), damit sich um die Schraubenköpfe keine dunklen Gerbstoffränder bilden. Zum Eindrehen nimmt man Edelstahlbits.

Bei den Fugen sollte man nicht knausern: seitlich je nach Quelle und Dielenbreite etwa 5 bis 8 mm, an Stößen mindestens 2 bis 4 mm. Beim Achsabstand der Unterkonstruktion gehen die Angaben auseinander (maximal 50 cm nach der einen, maximal 60 cm nach der anderen Quelle); bei dünneren Dielen oder höheren Lasten wählt man den engeren Abstand. Schnittkanten versiegelt man nach dem Zuschnitt mit Stirnkantenwachs. Über die tatsächliche Lebensdauer entscheiden am Ende eine gute Hinterlüftung und der Schutz vor Staunässe.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Bei guter Belüftung halten Cumaru-Terrassen realistisch rund 20 bis 25 Jahre und mehr. Rechtlich gibt es einen wichtigen Punkt: Auf der CITES-Konferenz 2022 wurde die gesamte Gattung Dipteryx in Anhang II aufgenommen, nach einer Aufschubfrist gilt die Listung seit dem 25. November 2024. Für den Import braucht es deshalb CITES-Dokumente, zusätzlich zur Sorgfaltspflicht nach EUTR und EUDR. FSC-zertifiziertes Cumaru gibt es im Handel, vorwiegend aus zertifizierten Konzessionen in Peru. Die FSC-Zertifizierung ersetzt allerdings weder die CITES-Genehmigungen noch die gesetzliche Sorgfaltspflicht.