Was ist Bangkirai?
Bangkirai zählt zu den bekanntesten tropischen Harthölzern im deutschen Terrassenbau. Wichtig zu wissen: Bangkirai ist keine einzelne Baumart, sondern ein Handelsname für eine ganze Gruppe eng verwandter Arten der Gattung Shorea (Untergattung Eushorea) aus der Familie der Dipterocarpaceae. Dazu gehören unter anderem Shorea laevis, Shorea glauca, Shorea maxwelliana und Shorea superba. Dieselbe Holzgruppe läuft je nach Herkunftsland unter zwei Namen: Holz aus Indonesien wird meist als Bangkirai gehandelt, Holz aus Malaysia als Yellow Balau. Im Baumarkt begegnet Ihnen zusätzlich der Name Selangan Batu.
Weil es sich um einen Sammelbegriff für mehrere Arten handelt, schwanken Farbe, Dichte und Härte von Charge zu Charge. Fragen Sie uns im Zweifel nach Art und Sortierung, damit Sie wissen, was Sie bekommen.
Herkunft
Bangkirai stammt aus den tropischen Naturwäldern Südostasiens, vor allem aus Indonesien (unter anderem Kalimantan auf Borneo) und Malaysia. Die Arten kommen außerdem in Myanmar, auf den Philippinen und in Thailand vor. Es handelt sich um Holz aus gewachsenen Naturwäldern, nicht aus Plantagen.
Eigenschaften
Bangkirai ist schwer und dicht. Die Angaben zur Rohdichte liegen je nach Quelle und Art zwischen etwa 850 und 1000 kg/m³ lufttrocken, einzelne schwere Arten wie Shorea laevis liegen darüber. Das CIRAD nennt eine Dichte von 0,91, also rund 910 kg/m³ bei 12 Prozent Holzfeuchte. Diese Dichte macht das Holz sehr hart (Janka rund 7.120 N, Brinell quer zur Faser etwa 26 bis 38 N/mm²), stoßfest und auch nach Jahren splitterfrei, was es für stark begangene Terrassen prädestiniert.
Das Kernholz erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 2 (dauerhaft) nach EN 350 und ist damit widerstandsfähig gegen holzzerstörende Pilze und Termiten. Unbehandelt ist im Freien mit einer Lebensdauer von grob 15 bis 25 Jahren zu rechnen. Die natürliche Dauerhaftigkeit deckt die Gebrauchsklasse 4 (Erdkontakt, Süßwasser) ab. Wichtig: Der Splint ist nicht dauerhaft und farblich nicht klar abgegrenzt, deshalb sollte er in Terrassendielen nicht enthalten sein. Farblich zeigt sich ein warmes gelb- bis rötlichbraunes Kernholz mit feiner bis mittlerer Textur.
Hinweise vor dem Kauf
Bangkirai ist ein hochwertiges Holz, hat aber Eigenschaften, die Sie kennen sollten:
- Gerbstoff-Ausblutungen: Das Holz ist reich an Gerbstoffen. Diese werden bei Regen ausgewaschen und können angrenzenden hellen Stein, Putz oder Beton bräunlich verfärben. Planen Sie Regenwasserableitung und Tropfkanten, und schützen Sie helle Flächen in der ersten Zeit.
- Rissbildung: Feine Oberflächenrisse und Endrisse sind normal und kein Materialfehler. Üblich ist eine A/B-Sortierung im Verhältnis 60:40. Endschnitte sollten mit Wachs (zum Beispiel OSMO 5735) versiegelt werden.
- Arbeiten des Holzes: Bangkirai schwindet stark und ungleichmäßig (tangential rund 10 Prozent, radial rund 5,5 Prozent). Halten Sie mindestens 8 mm Fugenabstand zwischen den Dielen ein, die Fugenbreite verändert sich übers Jahr.
- Vorbohren nötig: Das Holz ist so hart, dass jede Schraube vorgebohrt und gesenkt werden muss, sonst reißt das Holz oder die Schraube bricht. Das bedeutet mehr Aufwand als bei Weichholz.
- Edelstahlschrauben verwenden: Normaler oder verzinkter Stahl rostet und erzeugt schwarze Flecken, weil die Gerbsäuren die Korrosion beschleunigen. Zum Verschrauben empfehlen wir Edelstahlschrauben A2 (V2A), bei sichtbarer Verschraubung, in Küsten- oder Poolnähe sowie bei besonders gerbstoffreichen Hölzern wie Bangkirai besser A4 (V4A), damit sich um die Schraubenköpfe keine dunklen Gerbstoffränder bilden. Für 25×145 mm Dielen passen Schrauben in 5×60 mm.
- Vergrauen: Ohne Pflege wird das warme Braun mit der Zeit silbergrau. Das ist kein Schaden, sondern ein UV-Effekt. Wer die goldene Farbe halten möchte, ölt etwa alle 6 bis 18 Monate mit pigmentiertem Terrassenöl. Das erste Ölen frühestens drei Monate nach Verlegung, damit die Gerbstoffe zuvor ausbluten können.
Nachhaltigkeit und Herkunftsnachweis
Viele Shorea-Arten stehen auf der Roten Liste der IUCN, etliche gelten als stark gefährdet. Ursachen sind Übernutzung, langsames Nachwachsen und der Verlust von Lebensraum. Umso wichtiger ist ein sauberer Herkunftsnachweis. FSC-zertifiziertes Bangkirai ist verfügbar, fragen Sie uns gern nach dem Herkunftsnachweis zur jeweiligen Charge.
Bangkirai im Vergleich
Im Feld der Terrassenhölzer liegt Bangkirai preislich und in der Leistung im soliden Mittelfeld. Cumaru ist noch härter und erreicht Dauerhaftigkeitsklasse 1 (über 25 Jahre), kostet aber mehr. Ipe gilt als Spitzenklasse, ist entsprechend teuer. Garapa ist heller, leichter und günstiger, erreicht aber nur Dauerhaftigkeitsklasse 3 und ist damit weniger dauerhaft als Bangkirai. Bangkirai punktet als echtes, dichtes Tropenholz zu einem deutlich niedrigeren Preis als Ipe, Cumaru oder Teak. Das ist sein Hauptargument für die private Terrasse.
Unsere Bangkirai Terrassendielen, unter anderem im Standardmaß 25×145 mm, finden Sie mit allen Längen und Preisen pro laufendem Meter in unserem Shop.