Guyana Teak (Basralocus): das südamerikanische Terrassenholz im Teak-Look
„Guyana Teak“ klingt nach echtem Teak, ist es aber nicht. Botanisch handelt es sich um Basralocus (Dicorynia guianensis Amsh., Familie Fabaceae), ein südamerikanisches Laubholz, das auch unter den Namen Angélique oder Angelim Rajado gehandelt wird. Mit dem echten Teakbaum (Tectona grandis) ist es nicht verwandt, es gehört einer völlig anderen Pflanzenfamilie an. Der Zusatz „Teak“ ist ein reiner Handelsname: Farbe, Wetterfestigkeit und Härte erinnern an Teak, in Sachen Härte übertrifft Basralocus das Original sogar. Wir nennen das Holz deshalb bewusst bei seinem wahren Namen. Nach DIN EN 13556 lautet die normierte Bezeichnung Basralocus, Kurzzeichen DIXX. Auch die ITTO stuft „Guyana teak“ ausdrücklich als irreführende Bezeichnung ein.
Herkunft
Basralocus wächst in den Guyanas des nördlichen Südamerika, vor allem in Französisch-Guayana und Suriname, daneben in Guyana und im nordbrasilianischen Amazonasgebiet. In Französisch-Guayana ist es die dominierende Nutzholzart und macht über die Hälfte der dortigen Holzproduktion aus. Auf dem deutschen Markt läuft es als „Guyana Teak“.
Eigenschaften
Das Kernholz zeigt sich goldbraun bis rötlich-violettes Braun, frisch geschnitten oft heller, mit der Zeit dunkelt es durch Sauerstoff nach. Die Struktur ist überwiegend geradfaserig und mittel bis grob, das Bild homogen mit dezenter Maserung. Mit einer Rohdichte von rund 850 bis 1040 kg/m³ (trocken) zählt Basralocus zu den schweren, dichten Tropenhölzern. Es ist sehr hart, deutlich härter als echtes Teak. Die natürliche Dauerhaftigkeit liegt bei Klasse 1 bis 2 nach EN 350, also dauerhaft bis sehr dauerhaft gegen Pilzbefall. Bemerkenswert ist die Beständigkeit gegen Meeresschädlinge (Bohrmuscheln), weshalb das Holz seit über 150 Jahren im Wasserbau eingesetzt wird. Ein Chemieschutz ist im Außenbereich nicht nötig.
Hinweise zur Verarbeitung
- Holzbewegung: Basralocus trocknet langsam und neigt beim Trocknen zu Verzug und Rissen. Auch verbaut arbeitet das Holz mit der Luftfeuchte und kann wie jedes Tropenholz im Freien reißen.
- Vorbohren Pflicht: Wegen der hohen Härte müssen alle Schraublöcher vorgebohrt werden, sonst drohen Spannungsrisse und Aufspalten.
- Edelstahl statt Baustahl: Verwenden Sie Edelstahlschrauben A2 (V2A), in Küsten-/Poolnähe und bei sichtbarer Verschraubung besser A4 (V4A). Verzinkter oder einfacher Stahl reagiert mit den Holzinhaltsstoffen und hinterlässt schwarze Flecken.
- Verfärbung und Vergrauen: Gerbstoffe können anfangs auf hellen Stein oder Putz ausbluten. Unbehandelt vergraut das Holz unter UV zu einer silbrigen Patina. Wer den Braunton halten will, ölt regelmäßig mit pigmentiertem Terrassenöl nach.
- Werkzeug: Der Kieselsäureanteil stumpft Klingen schnell, deshalb sind Hartmetall-Werkzeuge nötig.
Nachhaltigkeit und Herkunftsnachweis
Dicorynia guianensis steht weder auf CITES noch auf der Roten Liste der IUCN und ist in seinem Verbreitungsgebiet lokal häufig. Das allein belegt aber noch keine nachhaltige Herkunft. Als dominierende Handelsart steht die Art unter Nutzungsdruck, daher achten wir auf dokumentierte, legale Herkunft aus geordneter Bewirtschaftung (EUTR/EUDR). Die kontrollierte Herkunft des Holzes ist über das Green-Choice-Siegel dokumentiert.
Einordnung gegenüber Teak, Bangkirai und Cumaru
Gegenüber echtem Teak bietet Basralocus einen ähnlichen Braunton und hohe Außendauerhaftigkeit zu etwa dem halben Preis, ist aber beim Pilzabbau eine Spur weniger dauerhaft (Klasse 1 bis 2 statt 1). In der Preisklasse von Bangkirai, Garapa und Cumaru punktet Guyana Teak mit der höheren Dauerhaftigkeitsklasse und der Meeresbeständigkeit. Die Lieferzeit richtet sich nach Verfügbarkeit der jeweiligen Charge; sprechen Sie uns für aktuelle Termine gerne an.